home separator

Patienten fragen

Gibt es Spezialkliniken für endoprothetische Operationen oder kann ich in jede Klinik gehen?

Keiner kann alles (gleich gut). Das gilt auch in der Medizin. Deshalb gibt es Spezialkliniken für Gelenkersatz. Zudem führt nicht jede Klinik diese Operationen täglich durch. Da es sich um einen hoch spezialisierten Eingriff handelt, lässt sich ein optimales Ergebnis nur mit viel Fachkenntnis und großer Erfahrung erzielen. Deshalb sollten Sie sich frühzeitig informieren, ob die von Ihnen ins Auge gefasste Klinik den geplanten Eingriff häufig und mit großem Know-how ausführt.

Ein weiteres Qualitätskriterium ist das "endoCert-Zertifikat". Der Patient kann an dem erteilten Zertifikat erkennen, dass die Klinik eine qualitativ hochwertige Durchführung solcher Eingriffe sicherstellt.

Sollte man eine Operation frühzeitig vornehmen lassen oder damit so lange wie möglich warten? Wann ist der beste Operationszeitpunkt?

Wenn Röntgenbilder die Zerstörung eines Gelenks bestätigen, sind im Wesentlichen zwei Faktoren entscheidend, um den richtigen Zeitpunkt einer gelenkersetzenden Operation zu bestimmen: die Lebensqualität und der Leidensdruck. Unabhängig vom Alter sollte man eine Operation in Erwägung ziehen, wenn bei Belastungs- oder Bewegungsschmerz schmerzstillende Medikamente nicht mehr wirken oder zu starken Nebenwirkungen führen und die konservativen Therapiemaßnahmen (Physiotherapie, orthopädische Schuhzurichtung, Gewichtsreduktion, Belastungsanpassung etc.) ausgereizt sind. Zudem sollte man auch die Schädigung anderer Gelenke und Strukturen, z. B. der Wirbelsäule, durch schlechtes Gangbild oder Fehlhaltungen berücksichtigen. Wird die Operation zu lange hinausgezögert, können Wirbelsäulenbeschwerden auch nach einer Operation dauerhaft bestehen bleiben.

Welche Risiken sind mit einer Hüft- oder Knieoperation verbunden?

Der Ersatz von Hüft- und Kniegelenken gehört zu den erfolgreichsten chirurgisch-ortho­pädischen Eingriffen mit dem meisten Erfahrungsschatz: Allein in Deutschland werden zurzeit jährlich etwa 210.000 Hüft- und 165.000 Kniegelenke durch Implantate ersetzt. Wie bei jedem Eingriff gibt es allerdings auch bei Gelenkersatz-Operationen gewisse Risiken. Das sind zum einen die allgemeinen Risiken, die bei jeder Operation auftreten können, und die speziellen Risiken des jeweiligen Eingriffs.

ZU DEN ALLGEMEINEN RISIKEN GEHÖREN

• Beinvenenthrombose und die damit verbundene Gefahr einer Lungenembolie,
• Infektionen im Wundbereich,
• Nervenverletzungen und
• Blutungen mit eventuell hohem Blutverlust und der Notwendigkeit
   einer Bluttransfusion.

ZU DEN SPEZIELLEN RISIKEN ZÄHLT

• dass das Gelenk nach der Hüftoperation instabil sein kann, also herausspringt,
• dass es bei einer Hüftoperation zu einer Verlängerung des operierten Beins
   kommen kann,
• dass Verkalkungen im Hüftbereich und Vernarbungen im Kniebereich auftreten
   können, die die Beweglichkeit behindern,
• dass Gelenkinfektionen auftreten können.

ZUM SCHUTZ VOR DIESEN RISIKEN KÖNNEN WIR JEDOCH EINE REIHE VON GEGENMAßNAHMEN ERGREIFEN.

Einige Beispiele:
• Sie erhalten regelmäßig blutgerinnungshemmende Medikamente (z. B. Heparin),
   um eine Thrombose zu vermeiden.
• Die Operationsdauer ist kurz.
• Das Operationsteam ist erfahren und speziell geschult.
• Die Operationsräume sind keimfrei, sodass die Infektionsgefahr erheblich sinkt.
• Die genaue Operationsplanung, zum Teil mit Unterstützung durch
   Computerprogramme, minimiert die Gefahr des Auskugelns des Gelenks
   oder der Beinverlängerung.
• Durch kurzzeitige Medikamenteneinnahme oder Behandlung mit Röntgenstrahlen
   lassen sich Verkalkungen im Gelenkbereich, die bei entsprechender Neigung
   auftreten können, ebenfalls weitgehend vermeiden.

Wie Sie sehen, ist der Eingriff zwar nicht risikofrei, aber mit den richtigen Schutzmaßnahmen risikoarm.

Was sind "Minimal-Invasive" Operationsmethoden?

Je weniger Gewebe durch den operativen Eingriff beeinträchtigt wird, umso besser. Sogenannte minimalinvasive Operationstechniken ermöglichen heute eine weitgehende Schonung von Haut, Weichteilen und Knochen. Dabei werden optimierte kleine operative Zugänge, speziell entwickelte Instrumente, neue Lagerungstechniken und knochenschonende Implantate kombiniert eingesetzt. Dies ist zum einen wichtig für die zügige Wiederherstellung der Lebensqualität nach dem Eingriff, zum anderen wird eine günstige Ausgangssituation für einen nach vielen beschwerdefreien Jahren eventuell nötigen Zweiteingriff (Revision) geschaffen. Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz dieser Techniken ist vor allem ein intensiv geschultes, erfahrenes und aufeinander eingespieltes Operationsteam.

Welche Prothese ist die richtige für mich? Welches Material ist besser: Metall, Keramik oder Kunststoff?

Diese Frage kann nur im Gespräch mit Ihrem Operateur vorgeklärt, aber letztlich erst während der Operation beantwortet werden. Prinzipiell reagieren die Knochen jüngerer Patienten aktiver und schneller auf ein Implantat, sodass man Prothesen verwenden kann, die durch direktes Einheilen in den Knochen stabil werden. Bei Knochen, die durch Osteoporose oder Rheuma verändert sind, kann eine Befestigung der Implantate mit Knochenzement (einem Kunstharz-Füllstoff) sinnvoll sein. Die Entscheidung erfolgt meist während der Operation anhand der geplanten Prothesentypen und der biologischen Knochenqualität des jeweiligen Patienten. Auch eine Kombination beider Verankerungsmethoden wird häufig eingesetzt.

Bei einer Kniegelenksoperation entscheidet auch die Indikation über den Einsatz eines Uni- oder Doppelschlitten. Da beide Prothesentypen eine vergleichbare Haltbarkeit und Funktionsfähigkeit aufweisen, wird individuell entschieden, welcher Typ verwenden werden soll. Dies ist häufig erst intraoperativ möglich.

Als Prothesenmaterial dient heute für zementierte Prothesen eine Edelstahllegierung aus Chrom-Kobalt. Zementfreie Prothesen werden in der Regel aus einer Titanlegierung hergestellt. Wichtig bei einer Prothese sind auch die beweglichen, gegeneinander gleitenden Teile. Man nennt sie „Reibepartner“ oder „Gleitpartner“:

KNIE:
Metall/Polyethylen

HÜFTE:
Keramik/Polyethylen, im Einzelfall auch Keramik/Keramik und Metall/Polyethylen

An ihnen treten im Lauf der Jahre zwangsläufig Verschleißerscheinungen auf, die die Haltbarkeit der Prothesen einschränken. Welcher Gleitpaarung der Vorzug gegeben wird, muss individuell an die Bedürfnisse des Patienten angepasst werden.

Sind die Beine nach einer Hüftoperation wieder gleich lang?

Der Ausgleich der Beinlänge ist eines der Operationsziele. Durch Erfahrung und sorgfältiger Operationsplanung wird meist eine optimale Angleichung erreicht. Es kann allerdings möglich sein, dass aus Gründen der Stabilität eine Verlängerung des operierten Beins in Kauf genommen werden muss, um ein Auskugeln des Gelenks zu verhindern. Bei zu hoher Spannung kann es auch erforderlich sein, das Bein leicht zu verkürzen, um eine Schädigung z. B. der Nerven zu vermeiden. In diesen Fällen kann dann ein Beinlängenunterschied entstehen. Entweder gleicht die Wirbelsäule diese Differenz von allein aus, oder aber eine Schuherhöhung schafft Abhilfe. In der Regel sind die Beine aber nach der Operationen wieder gleich lang.

Wie ist der Heilverlauf nach einer Knieoperation?

Der Heilverlauf nach einer Knieoperation ist immer von Patient zu Patient unterschiedlich! Die Anforderungen an das Kniegelenk und die Bewegungsabläufe, die es leisten muss, sind deutlich komplexer als beispielsweise bei einem Hüftgelenk. Erst das perfekte Zusammenspiel von Muskulatur, Sehnen, Bändern und Gelenk ermöglicht eine gute Gelenkfunktion. Das präoperative Bewegungsausmaß und eine eventuelle Korrektur der Beinachse (Begradigung O- bzw. X-Bein mit veränderter Band- und Muskelführung) beeinflussen den Heilverlauf wesentlich, da die Anpassung der Muskeln, Sehnen und Bänder langsam erfolgt. Dies kann in manchen Fällen bis zu einem Jahr dauern.

Wie lange muss ich nach einer Operation in der Klinik bleiben und wie lange bin ich arbeitsunfähig?

Für gelenkersetzende Eingriffe sollten Sie mit einem stationären Aufenthalt von insgesamt 7 bis 10 Tagen rechnen. Daran schließen sich 21 Tage in einer Rehabilitationseinrichtung an. Mit einer Abeitsunfähigkeit von ca. drei Monaten ist zu rechnen. Aber: In manchen Fallen können leichte Tätigkeiten bereits nach wenigen Wochen wiederaufgenommen werden.

Wie schnell kann ich nach einer Operation wieder ohne Gehhilfen gehen?

Sie werden normalerweise am ersten Tag nach der Operation zum ersten Mal aufstehen und, unterstützt von Krankengymnasten, mit Unterarmgehstützen wieder gehen lernen. Je nach der Art des Eingriffs werden Sie die Gehstützen in aller Regel drei bis sechs Wochen benötigen. Die Gehstützen helfen weniger dem Gelenk als vielmehr dem Kopf: Sie sollen Ihnen deutlich zeigen, dass Sie noch nicht vollständig einsatzbereit und belastbar sind, auch wenn Sie sich schon wieder stark und gesund fühlen.

Wie wichtig sind Kontrolluntersuchungen nach einem Eingriff? Muss ich auch dann zur Kontrolluntersuchung, wenn es mir gut geht?

Die regelmäßige Überwachung durch den Sie betreuenden orthopädischen Facharzt oder Ihren Operateur dient der möglichst langen, beschwerdefreien Erhaltung Ihres Gelenks, denn er kann beginnende Veränderungen schon frühzeitig erkennen und gegebenenfalls behandeln. Auch wenn es Ihnen gut geht, empfehlen sich erste Kontrollen nach einem Jahr und dann jeweils im Abstand von fünf Jahren. Der Grund: Manche Veränderungen beginnen zunächst ohne Schmerzen und führen erst relativ spät zu Beschwerden. Hier können Sie durch gezielte Vorsorgeuntersuchungen dazu beitragen, dass größere Schäden vermieden werden. In erster Linie ist hier der Abrieb bzw. Verschleiß der Gleitpartner zu nennen. Ein Wechsel der Gleitpaarung ist der deutlich kleinere Eingriff, da die im Knochen verankerten Prothesenteile belassen werden können.

Wie beeinflusst das künstliche Gelenk mein zukünftiges Leben?

Wenn Sie ein künstliches Gelenk erhalten haben, ändert sich für Sie in Ihrer Lebensführung eigentlich wenig. Der entscheidende Unterschied ist eine erhebliche Verbesserung Ihrer Lebensqualität, denn die bisherigen, von der Hüfte oder dem Knie ausgehenden Beschwerden werden Sie nicht oder kaum mehr beeinträchtigen. Veränderungen der angrenzenden Gelenke und Strukturen, beispielsweise der Wirbelsäule, sind natürlich nicht gleich mit verschwunden, können sich aber im Lauf der nächsten Monate bessern. Generell sollten Sie Überlastungen vermeiden, also Ihren Körper nicht über die Grenze der Ermüdung hinaus beanspruchen und Ihre Aktivitäten dementsprechend planen.

Schweres Heben oder andauernde erhebliche körperliche Belastung sind nicht empfehlenswert. Ebenso sollten Sie bei sportlichen Betätigungen auf die Auswahl gelenkschonender Sportarten achten. Dazu zählen Schwimmen, Radfahren, Wandern und Skilanglauf. Ebenfalls erlaubt sind Golf, alpiner Skilauf und – mit Einschränkung – auch Tennis.
Nicht empfehlenswert sind Squash, Kampfsportarten und Mannschaftssportarten wie Fußball, Basketball oder Handball. Dabei ist immer zu beachten, dass Sie nur Sportarten betreiben sollten, die Sie bereits beherrschen. Auch beruflich sollten Sie, wenn möglich, schwer körperlich belastende Tätigkeiten meiden und gegebenenfalls eine Veränderung Ihrer beruflichen Ausrichtung in Erwägung ziehen.

Bei der Einrichtung Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung können Sie ebenfalls, gerade für die Zeit unmittelbar nach der Operation, gelenkschonende Veränderungen vornehmen: Aufsätze für die Toilette, höher stehende Betten oder Sofas, Vermeidung von „Stolpersteinen“ wie frei durch das Zimmer laufende Kabeln. Zudem sind Haltegriffe in der Badewanne, an der Toilette oder in der Dusche sinnvoll.

Wie lange hält ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk?

Ein künstliches Gelenk hält durchschnittlich 12 bis 15 Jahre – ein langer Zeitraum angesichts der enormen Belastungen, denen es ausgesetzt ist. Die Hauptursache für eventuelle Probleme ist eine Lockerung der Implantate durch den Abrieb (Verschleiß) der Gleitpaarung. Aber auch andere Faktoren wie Körpergröße und -gewicht, Aktivitäten und Knochensubstanz spielen eine wichtige Rolle für die Lebensdauer.

Die Weiterentwicklung der eingesetzten Werkstoffe gibt Anlass zur Hoffnung, dass die derzeit implantierten Gelenke deutlich länger halten werden als in der Vergangenheit. Das bestätigen auch entsprechende Laboruntersuchungen mit sehr guten Ergebnissen. Diese Entwicklungen sind zum Teil jedoch erst einige Jahre alt. Deshalb gibt es praktische Erfahrungen auch nur für einen begrenzten Zeitraum, die aber bisher unseren Erwartungen absolut gerecht werden. Sollte nach vielen beschwerdefreien Jahren eine Wechseloperation erforderlich sein (vom Fachmann „Revision“ genannt), stehen dafür spezielle Implantate zur Verfügung. Ein derartiger Gelenkaustausch ist zudem dank neuer, verbesserter Operationstechniken im Bedarfsfall nicht nur ein- oder zweimal, sondern auch häufiger möglich.

Zahnbehandlung nach Gelenkersatz

Wann sollte ich als Träger eines künstlichen Gelenkes bei Zahnbehandlungen Antibiotika nehmen?

Gesunde Zähne sind wichtig. Für Menschen, die ein künstliches Gelenk besitzen, kann der Besuch beim Zahnarzt zusätzliche Bedeutung haben: Bakterien, die an Zähnen oder Zahnfleisch zu finden sind, können sich in seltenen Fällen über die Blutbahn durch den Körper verbreiten und sich an einem Kunstgelenk anlagern. Das kann dann eventuell zu weit größeren Problemen führen, als die Zahnbeschwerden selbst.

Deshalb wurden, in Anlehnung an die Richtlinien der American Dental Association und der American Academy of Orthopaedic Surgeons, die folgenden Verhaltensempfehlungen zusammengestellt für Menschen, die ein künstliches Gelenk in sich tragen und bei denen eine Zahnbehandlung ansteht. Da es relativ wenig wissenschaftliche Untersuchungen zu diesem Thema gibt, handelt es sich im Folgenden nur um allgemeine Empfehlungen. Ihr Zahnarzt und Ihr Orthopäde werden im Einzelfall die persönliche Vorgehensweise und ggf. Behandlung für Sie zusammenstellen.


Wann brauchen Sie Antibiotika zur Vorbeugung?

Bei den meisten Zahnbehandlungen benötigen Sie keine Antibiotika. Da Sie jedoch ein künstliches Gelenk besitzen, ist bei Ihnen die Gefahr einer durch Blut übertragenen Infektion größer als bei anderen Menschen. Wenn große Bakterienmengen im Spiel sind, wird daher bei bestimmten Zahnbehandlungen eine Antibiotikabehandlung empfohlen.

Dies ist der Fall wenn:
• Sie eine entzündliche Gelenkerkrankung haben, wie rheumatoide Arthritis oder systemischer Lupus erythematodes (seltene Art des entzündlichen Rheuma- Autoimmunkrankheit)
• Ihr Immunsystem durch Krankheiten, Medikamente oder Bestrahlung geschwächt ist
• Sie ein insulinpflichtiger Diabetiker (Typ I) sind
• Sie Ihr künstliches Gelenk in den letzten zwei Jahren erhalten haben
• Sie in Ihrem Gelenk schon früher einen Infekt hatten
• Sie unterernährt oder fehlernährt sind
• Sie an Hämophilie (Bluterkrankheit) leiden.


Welche Eingriffe bedürfen der Antibiotikabehandlung?


Bei den folgenden Zahnbehandlungen sollten Sie Antibiotika einnehmen:

• Zahnextraktionen
• Zahnfleischbehandlungen
• Zahnimplantationen und Wiedereinsetzen ausgeschlagener Zähne
• Wurzelbehandlungen oder -operationen
• Injektionen von lokalen Betäubungsmitteln in das Zahnfleisch
• Zahnsteinbehandlung bei der Blutungen erwartet werden


Welche Antibiotika werden empfohlen?


Die folgenden vorbeugenden Antibiotika werden empfohlen:

• Wenn Sie orale Antibiotika nehmen können und nicht allergisch auf Penicillin sind, sollten 2 Gramm Amoxicillin, Cefalexin oder Cefadroxil eine Stunde vor der Behandlung eingenommen werden
• Wenn Sie keine oralen Medikamente einnehmen können und nicht allergisch auf Penicillin sind, 2 Gramm Ampicillin oder 1 Gramm Cefazolin als Injektion eine Stunde vor der Behandlung
• Wenn Sie allergisch auf Penicillin sind, 600 Milligramm Clindamycin oral oder als Injektion eine Stunde vor der Behandlung.

Diese Empfehlungen sollen Ihren Ärzten und Zahnärzten helfen, Entscheidungen bezüglich der Antibiotikatherapie bei Zahnbehandlungen von Patienten mit künstlichen Gelenken zu treffen. Da es unmöglich ist, Empfehlungen für alle möglichen Situationen auszusprechen, handelt es sich hier nicht um eine Behandlungsrichtlinie sondern um allgemeine Empfehlungen, die nicht als Ersatz für die klinische Beurteilung durch den behandelnden Arzt und Zahnarzt dienen. Über den Einsatz von Antibiotika entscheiden immer die Behandler aufgrund ihrer jeweiligen Erfahrung und Einschätzung.

 

Ist eine MRT- oder CT-Untersuchung mit Endoprothesen möglich?

Generell ist festzustellen, dass bei eingebauten Endoprothesen heutzutage diagnostische MRT- und CT-Untersuchungen problemlos durchgeführt werden können.

Durch eine MRT oder CT-Untersuchung geht keine Gefahr der Prothesenlockerung oder Entwicklung von übermäßiger, gewebeschädigender Erwärmung um die Prothese hervor.

Die Radiologie am Klinikum Garmisch-Partenkirchen benutzt für die MRT ganz spezielle Sequenzen, sogenannte MARS-Sequenzen. Die Abkürzung steht für „Metal Artefact Reducing Sequences“. Diese speziell von der Radiologie konfigurierten Sequenzen sind so ausgelegt, dass sie durch eine spezielle Technik die Artefakte (Bildauslöschung), welche durch das Metall der Prothesen entstehen, deutlich reduzieren. Erst so sind diagnostische Aussagen, z. B. auch bei eingebrachten Hüftgelenken und Kniegelenken möglich.

Auch in der Computertomographie benutzt die Radiologie am Klinikum Garmisch-Partenkirchen spezielle, in diesem Fall vom Hersteller des CT-Gerätes entwickelte, Techniken, um die Metallartefakte zu reduzieren und so möglichst aussagekräftige Bilder für die Befundung zu bekommen.

Speziell bei fortbestehender Schmerzsituation nach Hüft- oder Kniegelenkersatz kann eine MRT und CT Diagnostik von hohem Stellenwert sein, um so die Sehnen und Muskeln um die Prothese darstellen zu können.

Patienten mit Herzschrittmacher, Cochlea Implantaten, Schmerzpumpen oder anderen speziellen Sonden können nicht mit MRT untersucht werden. Hörgeräte müssen vor der Untersuchung abgelegt werden.

Bei biologischen Herzklappen ist die MR-Kompatibilität gegeben. Ansonsten ist der Herstellerpass des jeweiligen Implantats nötig um entscheiden zu können, ob bei eingebrachter Herzklappe eine MRT- Untersuchung durchgeführt werden kann. Stents in den Herzkranzgefäßen und Hirngefäßen stellen in der Regel keine Kontraindikation für eine MR- Untersuchung dar.

Sex nach Gelenkersatz

-Nach dem Einbau einer Kniegelenk-Endoprothese können Sie sexuelle Aktivitäten wiederaufnehmen, sobald Sie sich nach Abschluss der Wundheilung dazu in der Lage fühlen. Es gibt hier keinerlei Einschränkungen, sofern Sie bei Auftreten von Beschwerden die jeweils auslösende Bewegung oder Belastung künftig zu vermeiden suchen.

Mit einem künstlichen Hüftgelenk werden durch die wiedergewonnene schmerzfreie Beweglichkeit sexuelle Aktivitäten meist angenehmer und weniger eingeschränkt. Sobald die Wundheilung abgeschlossen ist und die Weichteile geheilt sind, was meist nach vier bis sechs Wochen eintritt, ist es in der Regel möglich, mit sexuellen Aktivitäten zu beginnen. Dabei ist zu beachten, dass ausgeprägte Beugungen des operierten Gelenks, besonders verbunden mit Drehbewegungen nach innen oder außen, zu vermeiden sind.

Zu Beginn empfiehlt sich eine eher passive Rolle, evtl. in der unteren Lage, mit leicht gespreizten und gebeugten Beinen. Die Beine sollten dabei, wenn möglich, durch Kissen in eine komfortable Position gebracht und unterstützt werden. Wenn die Hüfte weiter einheilt, können natürlich auch aktivere Positionen und Rollen gefahrlos eingenommen werden. Beim Auftreten von Schmerzen oder sonstigen Beschwerden sollte man diesen nachgeben, das heißt die jeweils auslösende Bewegung oder Belastung künftig vermeiden.

Bitte informieren Sie vor dem Sex auch Ihren Partner über die Operation und die obigen Regeln.

Sex nach Gelenkersatz wird für Sie bei Beachtung der geschilderten Regeln mit großer Wahrscheinlichkeit erfüllter und angenehmer sein als in Ihrer Leidenszeit vor dem Eingriff.
home line right
Home Topic
SEKRETARIAT
curves
Haben Sie noch mehr Fragen? Dann rufen Sie uns an:
+49(0)8821 77-12 45
+49(0)8821 77-12 97
home line right
Home Topic
Broschüren
curves
Info-Broschüre
Laden Sie hier unsere Info-Broschüre als PDF-Datei herunter.